Handel
Hier können Sie alle Daten zu diesem Thema
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Kartogrammen.
Mit der Klassifikationsumstellung auf die ÖNACE
2008 kommen im Wirtschaftsatlas Österreich zwei verschiedene ÖNACE-Klassifikationen
zur Anwendung. Bitte beachten Sie die jeweilige ÖNACE-Bezeichnung in
den Texten, Tabellen und Grafiken (Weitere Informationen finden Sie
in den „Besondere Hinweise zu den Daten“).
Das Kapitel Handel präsentiert zahlreiche wirtschaftliche Eckdaten (wie
z.B. Strukturdaten, Kennzahlen und Indizes) im Jahresverlauf, welche
gemeinsam die Struktur und konjunkturelle Entwicklung des österreichischen
Handels im Überblick wiedergeben. Dabei stehen Zeitreihen ab dem Jahr 1995 nach der ÖNACE 2003 zur Verfügung. Aktuelle Statistiken,
nach der neuen ÖNACE 2008, werden inklusive aller vorhandenen
Rückrechnungen angeboten (siehe diesbezüglich auch „Besondere Hinweise
zu den Daten“ unter dem Reiter „Hinweise/Hilfe“).
Wenn Sie an aktuellen Konjunkturdaten im Europäischen
Vergleich interessiert sind, dürfen wir Sie auf die „Wichtigen
Europäischen Wirtschaftsindikatoren“ verweisen.
Der Handel ist ein wichtiger Wirtschaftszweig im österreichischen
Dienstleistungssektor, der 2010 12,3 % zum Bruttoinlandsprodukt beitrug und 2010 mehr als 3,6 Mio. österreichische Haushalte versorgte.
Das Wirtschaftswachstum
im Handel (ÖNACE 2008: Abschnitt G) erreichte im Jahr 1998 mit einem
Wachstum von 4,6% gegenüber dem Vorjahr seine Spitze. Nach einem Rückgang
gegenüber dem Vorjahr im Jahr 2008 (-3%)konnte, nach einer leichten
Erholung 2009 (+0,7%), 2010 ein Wachstum von 3,1% erzielt werden. Die
Verkaufsfläche der österreichischen Einzelhandelsarbeitsstätten,
auf der den Konsumenten die Waren angeboten werden, betrug 2004 knapp
16,0 Mio. m². 2009 erwirtschafteten knapp über 73.000 Handelsunternehmen
(ÖNACE 2008: Abschnitt G) allein Umsatzerlöse im Wert von 201,5 Mrd. Euro und beschäftigten
rund 613.000 Personen, wobei mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer im Einzelhandel zu finden sind, der mit 40.061
Unternehmen (54,8%) und 340.005 Beschäftigten (55,5%) der größte
Arbeitgeber in diesem Bereich war.
Der Personalaufwand je unselbständig Beschäftigtem
lag im Handel (ÖNACE 2008: Abschnitt G) im Jahr 2008 bei 33.994 Euro,
wobei die Kosten im Großhandel (47.433 Euro) nahezu doppelt so hoch
sind als im Einzelhandel (25.429 Euro). Die Zahl der Arbeitslosen sank nach einem Anstieg im letzten Jahr wieder
deutlich und erreichte 2010 einen Wert von 29.057. Die Nutzung von Informations-
und Kommunikationstechnologien im Handel erlebte in den letzten Jahren
einen kräftigen Aufschwung, der etwa durch den Anstieg des Anteils
der Unternehmen mit Breitbandanschluss im Handel von 53,4% (2003) auf
78,3% (2010) verdeutlicht wird. Die konjunkturelle Entwicklung verlief für die österreichischen
Handelsunternehmen im Jahr 2009 erstmals seit 2001 negativ. Für den
Handel ergab sich für das Jahr 2009 ein nominelles Umsatzminus von
5,5% zum Vorjahr. Im Jahr 2010 entspannte sich die Situation wieder
mit einem nominellen Umsatzplus von 7,6% gegenüber dem Vorjahr. Dabei erzielte der Großhandel
ein Umsatzplus von 10,4% (nominell) und 4,5% (real) gegenüber dem Vorjahr,
der gesamte Kfz-Handel verbuchte ein nominelles Umsatzplus von 4,4%
und der österreichische Einzelhandel (ohne Handel mit KFZ) ein nominelles
Umsatzplus von 4,1%. Der Großhandelspreisindex steigerte sich im Jahresdurchschnitt
von 1995 auf 2010 um 25,6%. Nach einem starken Rückgang im Jahr 2009
stieg der Großhandelspreisindex gegenüber dem Vorjahr wieder um 5%
an.
Die Handelsunternehmen (ÖNACE 2008: Abschnitt G)
sind traditionell zum überwiegenden Teil klein- und mittelbetrieblich strukturiert. Im Jahr 2009 waren
87,5% (63.899 Unternehmen) aller Handelsunternehmen mit weniger als
10 Beschäftigten tätig. Diese trugen 21,4% zur Bruttowertschöpfung
des Handels bei und boten 27,3% aller Beschäftigten dieses Wirtschaftszweiges
Arbeit. Nur 0,3% der österreichischen Handelsunternehmen beschäftigten
über 250 Mitarbeiter. Diese erbrachten jedoch mit 33,7% der Beschäftigten
der Handelsbranche fast ein Drittel (31,0%) der Bruttowertschöpfung
zu Faktorkosten.
Europaweit (EU-27; siehe: Branchendaten im EU-Vergleich) waren im Handel (ÖNACE 2008: Abschnitt G) 2008 mehr als 6,1 Mio. Unternehmen
tätig, die eine Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 1,2 Billion
Euro erwirtschafteten und 32,8 Mio. Personen beschäftigten. Der Personalaufwand
für die rund 27,0 Mio. unselbständig Beschäftigten betrug 687,8 Mrd.
Euro. Das Investitionsvolumen erreichte knapp 133 Mrd. Euro. Innerhalb
der EU-27 konnten Umsatzerlöse im Wert von rund 9,1 Mio. Euro erwirtschaftet
werden. Die höchsten Umsatzerlöse erzielten das Vereinigte Königreich
mit mehr als 1,5 Mio. Euro, gefolgt von Deutschland (knapp unter 1,5
Mio. Euro) und Frankreich (1,4 Mio. Euro). Der Personalaufwand pro unselbständig
Beschäftigtem ergab 2008 im EU-Durchschnitt 25.266 Euro, wobei Österreich
mit 32.819 Euro deutlich über diesem Schnitt liegt und sich auch deutlich
vor den Nachbarländern Deutschland (27.713 Euro) und Italien (30.522
Euro) reihen kann.
Bei der Betrachtung der einzelnen Bundesländer (siehe: Branchendaten nach Bundesländern) ergibt sich folgendes Bild:
Im Jahr 2009 war Salzburg mit 11 Handelsbetrieben pro 1.000 Einwohner
dasjenige Bundesland mit der höchsten Dichte an Handelsbetrieben, gefolgt
von Wien mit 9,2 Betrieben. Schlusslicht sind Kärnten und die Steiermark
mit 8,1 bzw. 8 Betrieben. Hinsichtlich der Bruttolöhne und –gehälter
pro unselbständig Beschäftigtem ist Wien mit 33.766 Euro Top gegenüber
dem Schlusslicht Steiermark, mit rund 21.804 Euro. Wien liegt damit
deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 26.204 Euro. Weiters
führt Wien mit 558.441 Euro auch hinsichtlich der Betriebserlöse pro
Beschäftigtem insgesamt vor Vorarlberg (332.002 Euro) und Salzburg
(320.379 Euro), bei einem Österreichschnitt von 332.563 Euro. Im Jahr
2007 trug Wien nahezu ein Drittel (30,6%) und damit den höchsten Anteil
zur Bruttowertschöpfung zu Herstellungspreisen im Handel (ÖNACE 2003:
G) für Österreich bei.
Die durchschnittlichen Konsumausgaben pro Privathaushalt
lagen im Jahr 2010 für Nahrungsmittel bei 3.848 Euro, für Bekleidung
und Schuhe bei 2.623 Euro und für Fahrzeuge bei 1.681 Euro. Die Ausgaben
für Getränke schlugen mit 1.176 Euro pro Haushalt zu Buche. Betrachtet
man die Konsumausgaben privater Haushalte im Zeitverlauf (1995-2010),
ergibt sich eine Steigerung der Ausgaben von 29,4% für Bekleidung,
43,3% für Nahrungsmittel, 35,3% für Getränke und für Fahrzeuge 25,2%.
Bei der Abfrage, Auswertung und Interpretation der
einzelnen Daten, ersuchen wir Sie auch die Besonderen Hinweise zu den Daten (Reiter „Hinweise/Hilfe“)
zu beachten. Detaillierte Ergebnisse und Informationen zu einzelnen
Statistiken erhalten Sie im Zweig Statistiken.