Unter den 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union
zählte Österreich im Jahr 2010 mit einer Fläche von 83.879 km² und einer Bevölkerung von 8.375.290 zu den kleineren Ländern der EU-27,
welche 2010 auf einer Fläche von 4,3 Mio. km² eine Heimat für etwas
mehr als 500 Mio. Europäer bot. Die Bevölkerungsdichte beträgt in Österreich 100 Personen pro
km² und befindet sich damit unter dem Durchschnitt der EU-27 von 116.
Das österreichische Bevölkerungswachstum von 1995 bis 2010 liegt mit 5,4% im Durchschnitt
der EU-27 (5,1%) und deutlich über jenem von Deutschland (0,3%). Spitzenreiter
hinsichtlich Bevölkerungszuwächse sind Zypern (24,4%), Irland (24,2%),
Luxemburg (23,8%) und Spanien (16,9%). Ein deutlicher Bevölkerungsrückgang
ist in den Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien sowie in den baltischen
Ländern (Abnahmen zwischen 5% und 10%) zu verzeichnen.
Österreich zählte 2010 mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Einwohner von 34.100 Euro zu den Top 6 der Mitgliedsstaaten
mit dem höchsten BIP pro Einwohner. An erster Stelle lag Luxemburg
mit einem BIP pro Einwohner von 82.100 Euro, gefolgt von Dänemark mit
42.200 Euro und Schweden mit 37.000 Euro, das Schlusslicht bildete Bulgarien
mit 4.800 Euro pro Einwohner. Im Durchschnitt der EU-27 betrug das BIP
pro Einwohner 24.400 Euro. Unter den Mitgliedsstaaten, die seit 2004
der Europäischen Union beigetreten sind, lagen 2010 Zypern und Slowenien
mit einem BIP pro Einwohner von 21.700 bzw. 17.300 Euro an der Spitze.
Mit einem Plus von 5,7 Prozent konnte Schweden das höchste positive Wachstum des realen
Bruttoinlandsprodukts innerhalb der Europäischen Union im Jahr
2010verzeichnen, gefolgt von der Slowakei (+4,0%), Polen (+3,8%) und
Deutschland (3,7%). Österreich erzielte ein Wachstum von 2,3% und lag
damit über dem Durchschnitt der EU-27 bzw. Eurozone von 1,8%. %. In der
„Strategie Europa 2020“ der EU-Kommission wird als eines der Kernziele
angestrebt, dass im Jahr 2020 3% des BIP der EU für Forschung und Entwicklung
(F&E) aufgewendet werden soll. Österreich ist mit einer Forschungsquote von 2,79%
des BIP im Jahr 2011 auf dem besten Wege, dieses Ziel zu erreichen.
Im Vergleichsjahr 2009 (dem letzten Jahr, für welches Vergleichszahlen
verfügbar sind), liegt der österreichische Wert mit 2,79% deutlich
über dem EU-Durchschnitt von 2,01%. Österreich ist damit mit Finnland,
Schweden, Dänemark und Deutschland in der Gruppe jener Länder, die
2009 eine höhere Forschungsquote als 2,5% aufweisen. Die Inflationsrate des
HVPI der Eurozone betrug im Jahr 2010 1,6% und stieg damit deutlich
gegenüber dem Vorjahr (2009: 0,3%), allerdings lag sie damit noch unter
den Werten seit dem Jahr 2000, in denen die Inflationsrate durchwegs
über 2% lag. In Österreich lag die Inflationsrate mit 1,7% (2009:
0,4%) zwar über jener der Eurozone allerdings unter jener der EU-27
mit 2,1% (2009: 1%). Hinsichtlich des öffentlichen Schuldenstandes bewegt sich Österreich im Jahr
2010, trotz Überschreitung der 70%-Marke im europäischen Mittelfeld:
der öffentliche Schuldenstand betrug 72,3% des BIP und lag damit deutlich
unter dem Durchschnitt der EU-27 von 80%; Italien und Griechenland weisen
die höchsten Schuldenstände in der EU auf (142,8% bzw. 119%). Mit
einem öffentlichen
Defizit von 4,6% des BIP im Jahr 2010 lag Österreich im oberen
Mittelfeld und damit ebenfalls deutlich über dem EU27-Durchschnitt
von -6,4% (Eurozone -6,0%). Erfüllten im Jahr 2008 noch 16 EU-Mitgliedsstaaten
das Maastricht-Kriterium eines Defizits von unter 3%, so gelang dies
im Jahr 2009 nur 5 Mitgliedstaaten (Estland, Schweden, Luxemburg, Finnland,
Dänemark), wobei Estland sogar einen Überschuss von 0,1% des BIP aufweist.
Mit einem öffentlichen Defizit von 32,4% bildet Irland vor Griechenland
(-10,5%) das Schlusslicht der EU. Hinsichtlich der wichtigsten Arbeitsmarktdaten
schneidet Österreich gut ab. Mit einer Erwerbstätigenquote von 71,7% überschritt Österreich im
Jahr 2010 deutlich den Durchschnitt der EU-27 mit 64,2%, die Arbeitslosenquote 2010 von 4,4% lag ebenfalls markant unter
dem Durchschnitt der EU-27 von 9,7% und stellt damit gleichzeitig den
niedrigsten Wert innerhalb der Europäischen Union. Die höchste Erwerbstätigenquote
wurde 2010 in den Niederlanden mit 74,7%verzeichnet. Unter sehr hohen
Arbeitslosenquoten litten 2010 Spanien (20,1%) sowie die Baltischen
Staaten (Lettland: 18,7%; Litauen: 17,8%; Estland: 16,9%), während
Ungarn (55,4%) und Malta (56,0%) die niedrigsten Erwerbstätigenquoten
aufwiesen.
Die Konsumausgaben der Haushalte nominell je Einwohner betrugen
im Jahr 2010 in Österreich 18.100 Euro. Damit lag Österreich nach
Luxemburg (25.000 Euro) und Dänemark (20.300 Euro) an dritter Stelle.
Im Jahr 2010 steigerten sich in Österreich die Konsumausgaben der Haushalte
je Einwohner um 4,0% gegenüber dem Vorjahr. Die größten Zuwächse
gegenüber 2009 verzeichneten Schweden (+15,3%) und Polen (+14,3%).
Allein in Irland kam es 2010 zu einem Rückgang von 2,9% gegenüber
dem Vorjahr.
Im Tourismus lag Österreich 2009 mit 964.567 Betten in Hotels
und ähnlichen Betrieben (somit ohne Privatquartieren und private Ferienwohnungen
bzw. -häuser) im Vergleich der EU-27 an der 7. Stelle und erreichte
gemessen am gesamten Bettenangebot von ca. 28,1 Mio. knapp 3,4%. Frankreich
führte 2009 innerhalb der EU mit einem Bettenangebot von nahezu 5,9
Mio., gefolgt von Italien und Spanien mit 4,6 Mio. bzw. 3,2 Mio. Betten.
Der österreichische Außenhandel ist ein überaus wichtiger Faktor
der heimischen Wirtschaft und Motor der Konjunktur. Als kleine offene
Marktwirtschaft entwickelte Österreich einen weit verzweigten und hoch
differenzierten Außenhandel. Nach endgültigen Ergebnissen wurden im
Jahr 2010 Waren im Wert von 113,7 Mrd. Euro eingeführt bzw. Waren im
Wert von 109,4 Mrd. Euro in andere Länder ausgeführt. Den höchsten Anteil am Handel der
Mitgliedsstaaten innerhalb der EU-27 belegte 2010 naturgemäß
Deutschland mit 20,8% an den Eingängen und 22,8% an den Versendungen,
Österreich trug jeweils 3,8% bzw. 3,2% zum Intrahandel bei. Im Handel der EU-27 mit
Drittstaaten ergibt sich ein ähnliches Bild: Deutschland, einfuhrseitig
gefolgt von den Niederlanden und Großbritannien, ausfuhrseitig gefolgt
von Frankreich und Italien, trug 2010 am meisten zu den Ein- und Ausfuhren
mit Drittstaaten außerhalb der EU-27 bei, während der österreichische
Einfuhranteil 1,8% und der Ausfuhranteil 2,5% betrug.
Der Energie-Bruttoinlandsverbrauch pro Einwohner beträgt im Jahr
2009 für die Länder der EU-27 0,143 Terajoule. Angeführt wird die
Liste von Luxemburg (0,371 TJ), Finnland (0,267 TJ) und Belgien (0,227 TJ).
Österreich ist mit 0,162 Terajoule pro Kopf-Energieverbrauch an 10.
Stelle zu finden und liegt damit leicht über dem EU-27 Durchschnitt
(0,143 TJ). Betrachtet man die Entwicklung seit 1995, so ist für Österreich
eine Zunahme des Bruttoinlandsverbrauchs der Energie von 18,7% zu beobachten.
Der Bruttoinlandsverbrauch an Energie ist in den Ländern der EU-27
um 2,1% gewachsen. Steigerungsraten von über 30% verzeichneten Zypern
(+39,3%), Irland (+35,2%) und Luxemburg (31,7%) ,während der Energieverbrauch
in Rumänien und Bulgarien (jeweils rund -24,9%) in diesem Zeitraum
deutlichzurückgegangen ist.
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