Demographische Indikatoren

Hier finden Sie Lage- und Anteilsmaße zur Beschreibung demographischer Prozesse. Präsentiert werden Kennzahlen zu

  • Fertilität, Geburtenentwicklung und Kinderzahl,
  • Sterblichkeit und Lebenserwartung (inkl. Säuglingssterblichkeit) sowie
  • Eheschließungen und Ehescheidungen

Fertilität, Geburtenentwicklung und Kinderzahl

Österreichische Frauen bekommen im Schnitt 1,43 Kinder; Fertilitätsalter mittlerweile bei 30,0 Jahren

Im Jahr 2011 wurden in Österreich 78.109 Kinder geboren, das entsprach einer rohen Geburtenrate von 9,3 Lebendgeborenen auf 1.000 der Bevölkerung. Die Gesamtfertilitätsrate lag bei 1,43 Kindern je Frau, d.h. dass bei zukünftiger Konstanz der altersspezifischen Fertilität eine heute 15-jährige Frau in Österreich bis zu ihrem 50. Geburtstag statistisch gesehen 1,43 Kinder zur Welt bringen wird. Dieser Mittelwert liegt damit deutlich unter dem „Bestanderhaltungsniveau“ von etwa 2 Kindern pro Frau; in den letzten 10 Jahren schwankte die Gesamtfertilitätsrate nur geringfügig zwischen 1,33 (2001) und 1,44 (2010). Zum Vergleich: Im Jahr 1963 erreichte die Gesamtfertilitätsrate ein Nachkriegs-Maximum von 2,82 und war damit doppelt so hoch wie.

Dass die Periodenfertilität in Österreich so niedrig ist, hängt auch damit zusammen, dass sich das Alter bei der Geburt eines Kindes immer weiter erhöht („Aufschieben“ von Geburten). So lag das durchschnittliche Fertilitätsalter im Jahr 2011 bereits bei 30,0 Jahren, um 1,6 Jahre mehr als 2001. Das Fertilitätsalter ist seit Mitte der 1970er-Jahre im Steigen begriffen; detaillierte Untersuchungen zeigen, dass das durchschnittliche Fertilitätsalter bei der Geburt des ersten Kindes besonders stark gestiegen ist und aktuell 28,5 Jahre beträgt (um 2,0 Jahre mehr als 2001).

Von den 78.109 Lebendgeborenen des Jahres 2011 kamen 31.522 unehelich zur Welt, die Unehelichenquote betrug damit 40,4 Prozent. Bezogen auf die Erstgeborenen lag die Unehelichenquote sogar bei 52,0 Prozent. In den vergangenen Jahrzehnten ist die Unehelichenquote deutlich gestiegen. Wie viele von den unverheirateten Müttern in einer Lebensgemeinschaft leben, ist nicht bekannt; legt man die aktuelle Heiratshäufigkeit zu Grunde, dann ist zu erwarten, dass es bei knapp der Hälfte aller unehelich Geborenen früher oder später zu einer Eheschließung der Eltern kommen wird.

Sterblichkeit und Lebenserwartung (inkl. Säuglingssterblichkeit)

Lebenserwartung 78,1 Jahre für die Männer und 83,4 Jahre für die Frauen; Säuglingssterblichkeit unter 4 Promille

Im Jahr 2011 ereigneten sich in Österreich 76.479 Sterbefälle, das entsprach einer rohen Sterberate von 9,1 Sterbefällen auf 1.000 der Bevölkerung. Seit dem Jahr 1998 liegt die rohe Sterberate unter 10 Promille, in den 1960er-Jahren lag sie pro Jahr bei etwa 13 Promille.

Die Lebenserwartung bei der Geburt lag für einen österreichischen Mann im Jahr 2011 bei 78,1 Jahren und damit um 2,5 Jahre höher als 2001. Bei den Frauen stieg die Lebenserwartung bei der Geburt seit 2001 um 1,8 Jahre auf mittlerweile 83,4 Jahre. Der Vorsprung der weiblichen vor der männlichen Lebenserwartung hat sich zwar seit dem Höchststand im Jahr 1982 (damals 7,2 Jahre) verringert, liegt aber noch immer bei 5,3 Jahren.

Bei Zeitvergleichen zur Sterblichkeit und Lebenserwartung sollte beachtet werden, dass seit dem Jahr 2009 auch die Sterbefälle auf ausländischem Staatsgebiet erfasst werden. Dies bewirkt ab 2009 eine etwas höhere Sterberate bzw. geringere Lebenserwartung, als ohne die jährlich ca. 1.100 Auslandssterbefälle der Fall wäre.

Während der Anstieg der Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren am Anfang vor allem durch den Rückgang der Säuglings- und Kindersterblichkeit erreicht wurde, trug in den letzten Jahrzehnten die Verringerung der Sterblichkeit im höheren Alter immer stärker zum Anstieg der Lebenserwartung bei. Die fernere Lebenserwartung eines 60-jährigen Mannes lag 2011 in Österreich bereits bei 21,7 Jahren, für eine 60-jährige Frau betrug dieser Wert 25,6 Jahre.

Die Säuglingssterberate (gestorbene Säuglinge auf 1.000 Lebendgeborene) lag 2011 in Österreich bei 3,6 Promille. Seit 1997 lag dieser Wert immer unter der 5-Promille-Marke, seit 2006 zudem immer unter der 4-Promille-Marke. Eine detaillierte Auswertung zeigt, dass die Säuglingssterblichkeit bei männlichen Neugeborenen höher ist als bei weiblichen Neugeborenen und dass ehelich Geborene eine geringere Säuglingssterblichkeit aufweisen als unehelich Geborene.

Eheschließungen und Ehescheidungen

Eheschließungsrate bei 4,3 Promille, darunter zwei Drittel Erst-Ehen

Im Jahr 2011 wurden in Österreich 36.426 Ehen geschlossen, das waren 4,3 Ehen auf 1.000 der Bevölkerung. Die rohe Heiratsrate lag damit nur geringfügig über dem historischen Tiefststand, der in den Jahren 2008-2009 verzeichnet wurde. Zum Vergleich: In den 1960er-Jahren gab es pro Jahr etwa 8 Eheschließungen auf 1.000 der Bevölkerung.

Der Anteil der Erst-Ehen, d.h. jener Eheschließungen, bei denen sowohl der Bräutigam als auch die Braut ledig sind, lag 2011 in Österreich bei 66,0%. In den letzten Jahren zeigte sich hier ein leichter Anstieg. Das mediane Erstheiratsalter der Männer lag 2011 bei 32,0 Jahren und ist somit seit 2001 um 2,0 Jahre angestiegen. Bei den Frauen erhöhte sich im selben Zeitraum das mediane Erstheiratsalter um 2,2 Jahre auf 29,5 Jahre.

Es ist zu beachten, dass die Standesfallstatistik nur solche Eheschließungen erfasst, die in Österreich stattfinden. Eheschließungen im Ausland (was in Österreich lebende Personen mit Migrationshintergrund vermutlich verstärkt betrifft) sind in den Daten nicht enthalten.

Statistische Daten zu den Ehescheidungen liegen für das Jahr 2010 vor: Im Jahr 2010 gab es in Österreich 17.442 Ehescheidungen. Auf 1.000 der Bevölkerung entfielen 2,1 Ehescheidungen. Die mediane Ehedauer einer geschiedenen Ehe lag 2010 bei 10,5 Jahren.

Die Gesamtscheidungsrate lag 2010 in Österreich bei 43,0%. Diese Maßzahl gibt den Prozentsatz geschiedener Ehen an, der auf Grund der im Berichtsjahr beobachteten ehedauerspezifischen Scheidungsraten für aktuell geschlossene Ehen zu erwarten ist, falls sich an diesen ehedauerspezifischen Scheidungsraten in Zukunft nichts ändern würde.

    
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  • Allgemeine Auskünfte
Ergebnisse im Überblick: Demographische IndikatorenHTMLPDFXLSX
Indikatoren zu Fertilität, Geburtenentwicklung und Kinderzahl seit 1961HTMLPDFXLSX
Indikatoren zu Sterblichkeit und Lebenserwartung (inkl. Säuglingssterblichkeit) seit 1961HTMLPDFXLSX
Indikatoren zu Eheschließungen und Ehescheidungen seit 1961HTMLPDFXLSX
Ausgewählte demographische Indikatoren des Jahres 2011 für die BundesländerHTMLPDFXLSX
Einjährige Fertilitätsziffern seit 1961PDFXLSX

Demographische Indikatoren, Querschnittsdaten

Demographische Indikatoren 2010 - ÜbersichtXLSX
Demographische Indikatoren 2010 - Mortalität (inkl. Lebenserwartung in Gesundheit)XLSX
Demographische Indikatoren 2010 - Eheschließungen, Scheidungen, FertilitätXLSX
Demographische Indikatoren 2010 - Wanderungen, Einbürgerungen, Bevölkerungsstand und -veränderungXLSX



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