Sterbetafeln

Applikation zur Berechnung der ferneren Lebenserwartung gemäß Sterbetafel 2000/2002

Die Österreicherinnen und Österreicher leben immer länger, Männer holen bei der Lebenserwartung auf

Die Lebenserwartung ist in Österreich auch in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts weiter kräftig gestiegen. Gemäß Sterbetafel 2000/2002, die auf Basis der Volkszählung 2001 und der Sterbefälle der Jahre 2000 bis 2002 berechnet wurde, beträgt die Lebenserwartung der Männer nun 75,5 Jahre, jene der Frauen 81,5 Jahre. Gegenüber dem Zeitraum 1990/92 nahm die männliche Lebenserwartung um 3,0 Jahre zu, jene der Frauen um 2,5 Jahre. Damit hat sich der Vorsprung der Frauen bei der Lebenserwartung in den 1990er Jahren von 6,5 auf 6,0 Jahre reduziert.

Erhöhtes Sterberisiko im jugendlichen Alter

Die Säuglingssterblichkeit, das ist das Sterberisiko im ersten Lebensjahr, ist im Laufe des 20. Jahrhunderts kontinuierlich gesunken und beträgt nur noch 5,5 Promille für Knaben und 3,8 Promille für Mädchen. Die niedrigste Sterblichkeit im Altersverlauf ist im Volksschulalter bei beiden Geschlechtern mit rund 0,1 Promille zu beobachten. Im jugendlichen Alter von 19 bzw. 20 Jahren ist sie jedoch bei den Burschen knapp zehn Mal höher, bei den Mädchen rund vier Mal so groß  wie im Volksschulalter. Grund dafür sind in diesem Alter vor allem (motorisierte) Unfälle aber auch die vergleichsweise hohen Selbstmordraten.

Bis zum 25. Lebensjahr der Frauen bzw. bis zum 30. Lebensjahr der Männer sinkt die Sterblichkeit wieder ab, um dann kontinuierlich anzusteigen. In jedem Alter liegen jedoch die weiblichen Sterbewahrscheinlichkeiten unter jenen der Männer. Erst nach dem 50. Lebensjahr wird in beiden Geschlechtern wiederum das Niveau der Säuglingssterblichkeit erreicht. Ab dem 83. Lebensjahr für Männer bzw. dem 86. Lebensjahr für Frauen betragen die jährlichen Sterbewahrscheinlichkeiten bereits mehr als 10 Prozent.

Zur Geburt liegt die Lebenserwartung bei 75,5 Jahren für Männer bzw. 81,5 Jahren für Frauen. Ist eine Person den höheren Sterberisken im Jugendalter entronnen und hat das 30. Lebensjahr erreicht, so beträgt die fernere Lebenserwartung 46,8 Jahre (Männer) bzw. 52,2 Jahre (Frauen). Diese Männer können somit rechnen, dass sie 76,8 Jahre alt werden, die gleichaltrigen Frauen 82,2 Jahre. Ein Mann, der an seinem 60. Geburtstag in den Ruhestand tritt hat gute Chancen, seine Pension 20 Jahre genießen zu können. Frauen haben zu diesem Zeitpunkt sogar eine fernere Lebenserwartung von 24 Jahren.

Neben der Lebenserwartung lassen sich aus der Sterbetafel auch die Wahrscheinlichkeiten ablesen, ein bestimmtes Alter zu erreichen. So beträgt die Wahrscheinlichkeit für ein neugeborenes Mädchen das Erwachsenenalter von 30 Jahren zu erreichen 99,0%. Für einen Knaben ist sie wegen der höheren Sterblichkeit im Kindes- und Jugendalter mit 97,9% um mehr als einen Prozentpunkt niedriger. Vor hundert Jahren (Sterbetafel 1899/1902) erlebten bloß 6 von 10 Neugeborenen den 30. Geburtstag. 7 von 8 Männern erreichen gemäß der aktuellen Sterbetafel ihren 60. Geburtstag (87,1%), unter den Frauen sind es sogar 93,5%. Die Wahrscheinlichkeit den 90. Geburtstag zu erreichen ist für Frauen mit 24,8% mehr als doppelt so hoch wie für Männer (12,0%).

Die Wahrscheinlichkeit 100 Jahre alt zu werden beträgt 1,0% für Frauen und 0,3% für Männer. Hat jemand dieses hohe Alter erreicht, so stehen seine Chancen gut auch den 101. Geburtstag feiern zu dürfen: Die fernere Lebenserwartung im genauen Alter von 100 Jahren beträgt nämlich gemäß Sterbetafel 2000/2002 immerhin 1,6 Jahre für Männer und 1,7 Jahre für Frauen.

Sterbetafeln allgemein

Die hier dargestellten Periodensterbetafeln spiegeln die Mortalitätsverhältnisse des jeweiligen im Tabellentitel angegebenen Jahres oder Zeitraumes nach Alter und Geschlecht wider. Ausgehend von den altersspezifischen Sterbewahrscheinlichkeiten qx werden verschiedene Sterbetafelfunktionen berechnet, deren wichtigste die fernere Lebenserwartung (Spalte ex) darstellt.

Allgemeine und ausgeglichene Sterbetafeln rund um die Volkszählungsjahre

Allgemeine und ausgeglichene Sterbetafeln werden jeweils für Jahre rund um eine Volkszählung durch den Bezug der nach Alter und Geschlecht differenzierten Sterbefälle auf die entsprechend gegliederten Bevölkerungsstände berechnet. Um zufallsbedingte Schwankungen der so ermittelten Sterbewahrscheinlichkeiten im Altersverlauf auszugleichen, werden diese einem Glättungsverfahren unterzogen. Aus den geglätteten Sterbewahrscheinlichkeiten werden die einzelnen Sterbetafelfunktionen berechnet.

Die Sterbetafeln 1868/71 bis 1909/12 beziehen sich auf die in der Monarchie als österreichische Alpenländer bezeichneten Gebiete. Gegenüber den heutigen Grenzen fehlt hier das bis 1921 ungarische Burgenland, während andererseits die nach dem 1.Weltkrieg abgetrennten Gebiete (vor allem Südtirol und das Trentino sowie die Untersteiermark) inkludiert sind. Ab 1930/33 beziehen sich die Tafeln auf das heutige Staatsgebiet.

Solche Sterbetafeln sind neben der demographischen Mortalitätsanalyse auch für wichtige juristische und versicherungsmathematische Fragestellungen von Bedeutung. Sie sind in der Versicherungswirtschaft eine wichtige Grundlage zur Berechnung von Vertragssummen und Beiträgen, u.a. bei Lebensversicherungen. Auch die Barwerte von Leibrententafeln basieren auf Sterbetafeln. Außerdem dienen Sterbetafeln zur Berechnung von finanziellen Abgeltungen im Rahmen der Durchsetzung von verschiedensten zivilrechtlichen Ansprüchen, beispielsweise nach Unfällen.

Leibrententafeln

Leibrententafeln beinhalten alters- und geschlechtsspezifische Barwerte für lebenslang vorschüssig zahlbare Renten unterschiedlicher Zinsfüße. Diese Barwerte werden aus den Sterbewahrscheinlichkeiten von allgemeinen und ausgeglichenen Sterbetafeln abgeleitet. Die STATISTIK AUSTRIA berechnet solche Leibrententafeln auf Basis der allgemeinen Sterbetafeln seit 1980/82.

Jährliche Sterbetafeln

Neben den allgemeinen, ausgeglichenen Sterbetafeln, die rund um die Volkszählungsjahre erstellt werden, gibt es auch jährliche Sterbetafeln. Diese werden aus rohen, nicht geglätteten Sterbewahrscheinlichkeit berechnet und dienen zur laufenden Mortalitätsbeobachtung und Analyse. Die unausgeglichenen Sterbewahrscheinlichkeiten sind aufgrund geringer Fallzahlen bei den Gestorbenen in den unteren Altersgruppen  Zufallsschwankungen unterworfen. Daher werden solche Sterbetafeln in der Regel nicht für juridische Zwecke herangezogen.

    
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Ergebnisse im Überblick: Lebenserwartung gemäß SterbetafelnHTMLPDFXLS
Lebenserwartung für ausgewählte Altersjahre seit 1868/71PDFXLSX
Lebenserwartung bei der Geburt seit 1970 nach Bundesländern und GeschlechtPDFXLSX
Lebenserwartung für ausgewählte Altersjahre seit 1995 nach Bundesländern und GeschlechtPDFXLSX
Sterbetafeln seit 1868/71 nach GeschlechtXLSX
Leibrententafel: Barwerte einer lebenslang vorschüssigen Rente vom Betrag 1 nach der Sterbetafel 1980/82XLS
Leibrententafel: Barwerte einer lebenslang vorschüssigen Rente vom Betrag 1 nach der Sterbetafel 1990/92XLS
Leibrententafel: Barwerte einer lebenslang vorschüssigen Rente vom Betrag 1 nach der Sterbetafel 2000/2002XLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1947 für ÖsterreichPDFXLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1970 für das BurgenlandPDFXLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1970 für KärntenPDFXLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1970 für NiederösterreichPDFXLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1970 für OberösterreichPDFXLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1970 für SalzburgPDFXLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1970 für die SteiermarkPDFXLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1970 für TirolPDFXLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1970 für VorarlbergPDFXLSX
Jährliche Sterbetafeln seit 1970 für WienPDFXLSX


Altersspezifische Sterbewahrscheinlichkeiten der Männer gemäß Sterbetafeln 1868/71 bis 2000/02

Altersspezifische Sterbewahrscheinlichkeiten der Frauen gemäß Sterbetafeln 1868/71 bis 2000/02

Altersspezifische Sterbewahrscheinlichkeiten gemäß Sterbetafel 2000/02

Absterbeordnung der Männer gemäß Sterbetafeln 1868/71 bis 2000/02

Absterbeordnung der Frauen gemäß Sterbetafeln 1868/71 bis 2000/02

Absterbeordnung gemäß Sterbetafel 2000/02

Lebenserwartung &x28;in Jahren&x29; bei der Geburt gemäß Sterbetafeln 1868/71 bis 2000/02

Fernere Lebenserwartung &x28;in Jahren&x29; im Alter von 60 Jahren gemäß Sterbetafeln 1868/71 bis 2000/02



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