Haushaltsprognosen

Überproportional starker Anstieg der Einpersonenhaushalte

Gemäß Trendvariante wird die Zahl der Privathaushalte in Österreich künftig weiter steigen. Die Zunahme der Privathaushalte ist in erster Linie eine Folge der wachsenden Bevölkerungszahlen. Gemäß Volkszählung 2001 gab es in Österreich 3,34 Mio. Privathaushalte. Laut Prognose waren es 2010 bereits 3,62 Mio., somit um 8,4% mehr als 2001. Im Jahr 2020 wird ihre Zahl mit 3,85 Mio. voraussichtlich um 6,2% höher sein als 2010. Bis 2030 wird sie auf 4,03 Mio. (+11,2%), bis 2050 schließlich auf 4,27 Mio. ansteigen (+18,0%).

Die Gesamtzahl der Privathaushalte wird künftig in allen Bundesländern wachsen, allerdings unterschiedlich stark und zum Teil nicht über den gesamten Projektionszeitraum bis 2050. Das stärkste Wachstum bis 2030 ist in Vorarlberg zu erwarten (+15,0%), gefolgt von Niederösterreich (+13,9%) und dem Burgenland (+12,8%). Im Bereich des Österreichdurchschnitts von +11,2% liegen noch Tirol (+11,9%), Oberösterreich (+11,5%) und Wien (+11,2%). Im Bundesvergleich unterdurchschnittlich stark fallen die Haushaltszuwächse in Kärnten (+6,8%), in der Steiermark (+7,6%) und im Bundesland Salzburg (+9,9%) aus.

Einpersonenhaushalte

Differenziert nach Ein- und Mehrpersonenhaushalten wird weiterhin die Zahl der alleine lebenden Menschen überdurchschnittlich stark steigen. 2030 wird die Zahl der Einpersonenhaushalte österreichweit mit 1,56 Mio. um ein knappes Fünftel (+18,8%) größer sein als 2010 mit 1,31 Mio.

In Vorarlberg steigt die Zahl der Einpersonenhaushalte bis 2030 um 29,0%. Auch im Burgenland, in Oberösterreich, in Kärnten, in Tirol, in Niederösterreich und in Salzburg wird die Zahl der alleine Lebenden bis 2030 im Bundesvergleich überdurchschnittlich stark steigen. Unter dem Bundesschnitt liegen nur die Steiermark (+17%) sowie die Bundeshauptstadt Wien (+13%), die unter den getroffenen Annahmen den schwächsten Zuwachs an Einpersonenhaushalten aller Bundesländer zu verzeichnen haben werden.

Mehrpersonenhaushalte

Die Zahl der Mehrpersonenhaushalte wird zwar bundesweit, aber nicht in allen Bundesländern, über den gesamten Projektionszeitraum bis 2050 zunehmen. In Kärnten ist sie sogar schon jetzt leicht rückläufig. 2010 existieren in Österreich 2,31 Mio. Mehrpersonenhaushalte. 2030 werden es gemäß der vorliegenden Modellrechnung 2,47 Mio. Einheiten sein (+6,8%), 2050 schließlich 2,55 Mio. (+10,3%).

Die drei östlichen Bundesländer, wo das künftige Bevölkerungswachstum am stärksten ausfällt, sowie Vorarlberg im Westen werden bis 2030 die stärksten Zuwächse an Mehrpersonenhaushalten zu verzeichnen haben und somit mit ihren Zuwachsraten über dem Bundesschnitt liegen. Die Rangliste wird von Niederösterreich angeführt, gefolgt von der Bundeshauptstadt Wien sowie von Vorarlberg und dem Burgenland.

Die Zahl der Mehrpersonenhaushalte Kärntens stagniert und sollte 2030 geringfügig niedriger sein als im Jahr 2010. Drei Bundesländer weisen hingegen bis 2030 unterdurchschnittlich starke Zuwachsraten bei den Mehrpersonenhaushalten auf, nämlich Oberösterreich, Salzburg und Steiermark.

Nach der Größe der Mehrpersonenhaushalte differenziert sind es vor allem die Zweipersonenhaushalte, die österreichweit künftig noch stark wachsen werden – im Durchschnitt um 12% bis 2030 bzw. 19% bis 2050. Die Zahl der Dreipersonenhaushalte nimmt schwächer zu, jene der Vierpersonenhaushalte stagniert. Die größeren Wohn- und Wirtschaftsgemeinschaften mit fünf oder mehr Mitgliedern werden hingegen schrumpfen.

Kleinräumige Entwicklung der Haushalte (Prognose aus 2010)

Auch auf kleinräumiger Ebene zeigt sich: Die Zahl der Privathaushalte wird in den kommen-den Jahrzehnten fast überall in Österreich wachsen. Die wenigen Prognoseregionen mit sinkenden Haushaltszahlen sind einige periphere Regionen mit hoher Abwanderung und dadurch bedingt auch zusätzlicher starker Alterung. Insgesamt sind es acht Prognoseregionen, in denen es nach der aktuellen Vorausschätzung 2030 weniger Privathaushalte geben wird als 2009.

In jenen Regionen hingegen, in denen die Bevölkerungszahl künftig noch stark zunehmen wird, wird auch die Zahl der Haushalte weiterhin stark wachsen. Die stärksten Anstiege sind nahezu ausschließlich im näheren sowie etwas weiter entfernteren Umland der großen Städte (Wien, Graz, Linz) zu erwarten, aber auch in einigen Regionen der Bundesländer Vorarlberg und Tirol.

Künftig weniger Familien mit Kindern

Die Zahl der Familien (Ehepaare und Lebensgemeinschaften jeweils mit und ohne Kinder sowie Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher mit ihren Kindern) betrug im Jahr 2001 2,21 Mio. und wird bis zum Jahr 2030 auf 2,36 Mio. (+7,1%) bzw. bis 2050 auf 2,38 Mio. (+7,7%) ansteigen. Während die Zahl der (Ehe)Paare ohne Kinder bis zum Jahr 2030 von 0,77 Mio. (2001) um 38% auf 1,06 Mio. ansteigen dürfte, ist die Zahl der Familien mit Kindern und parallel dazu die Zahl der Kinder in Familien derzeit bereits rückläufig. 2030 wird die Zahl der Familien mit Kindern 1,30 Mio. betragen, das sind um 9% weniger als im Volkszählungsjahr 2001 mit 1,43 Mio.

    
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Ergebnisse im Überblick: HaushaltsprognoseHTMLPDFXLSX
Ergebnisse im Überblick: FamilienprognoseHTMLPDFXLSX
Haushaltsrepräsentantenquoten nach Alter und Geschlecht 2001, 2011 und 2021 (in Promille)HTMLPDFXLSX
Privathaushalte 2001-2050 nach BundesländernHTMLPDFXLSX
Haushalte 2001-2050 nach Größe und BundesländernPDFXLSX
Repräsentanten von Ein- und Mehrpersonenhaushalten 2001-2050 nach Alter und GeschlechtHTMLPDFXLSX
Bevölkerung Österreichs 2001-2050 nach HaushaltsgrößeHTMLPDFXLSX
Ausführliche Tabellen zur kleinräumigen Haushaltsprognose 2009 bis 2050PDFXLSX
Familien und Kinder in Familien nach dem Familientyp und Bundesländern 2001 - 2050PDFXLSX
Familien nach der Kinderzahl sowie durchschnittliche Kinderzahlen nach dem Familientyp und Bundesländern 2001 - 2050PDFXLSX


Haushaltsrepräsentantenquoten 1991 bis 2021

Entwicklung der Haushalte insgesamt 2010 bis 2050 nach Bundesländern

Entwicklung der Einpersonenhaushalte 2010 bis 2050 nach Bundesländern

Entwicklung der Mehrpersonenhaushalte 2010 bis 2050 nach Bundesländern

Entwicklung der Haushalte nach der Größe 2001 bis 2050

Entwicklung der Haushalte nach der Größe 2001, 2010, 2020, 2030, 2040 und 2050

Familien nach dem Familientyp 2010, 2015, 2030 und 2050

Kinder in Familien nach dem Familientyp 2010, 2015, 2030 und 2050


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