Arbeitslosenleistungen
Im Jahresdurchschnitt 2010 bezogen 229.135 Personen Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe. Infolge des starken Anstiegs der Arbeitslosigkeit
seit Anfang der 1980er Jahre hat auch die Zahl der Leistungsbezieherinnen
und -bezieher im letzten Vierteljahrhundert massiv zugenommen, wobei
zweistellige Zuwachsraten vor allem jeweils zu Beginn des Jahrzehnts
(1981-1983, 1990-1991 und 2002) zu verzeichnen waren: Die Zahl der Arbeitslosengeld-
und Notstandshilfebezieherinnen und -bezieher stieg von 41.350 1980
auf 201.175 1993 bis zum bisherigen Höchststand 2009 (+24% gegenüber
dem Vorjahr) infolge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. 57%
der Leistungsbezieherinnen und -bezieher des Jahres 2010 bezogen Arbeitslosengeld,
43% Notstandshilfe; 1980 war die Relation noch 84% zu 16% gewesen, d.h.
im Zuge des Anstiegs der Arbeitslosigkeit hat die Zahl der Notstandshilfebezieherinnen
und -bezieher prozentuell wesentlich stärker zugenommen als jene der
Arbeitslosengeld beziehenden Personen. In geschlechtsspezifischer Hinsicht
kam es ebenfalls zu einer Verschiebung der Relation: Standen 1980 noch
etwas mehr Frauen als Männer im Leistungsbezug (51% gegenüber 49%),
waren es 2010 60% Männer und 40% Frauen, die entweder Arbeitslosengeld
oder Notstandshilfe bezogen.
Die durchschnittliche Höhe des Tagsatzes betrug 2010 27,62 Euro
beim Arbeitslosengeld und 21,20 Euro bei der Notstandshilfe. Der geschlechtsspezifische
Unterschied hat im Zeitverlauf zwar abgenommen, aber infolge der weiterhin
bestehenden Verdienstunterschiede liegt die durchschnittliche Tagssatzhöhe
bei den Frauen nach wie vor deutlich unter jener der Männer: 2010 betrug
der Anteil des Taggeldes der Frauen am Taggeld der Männer 81,6% (Arbeitslosengeld)
bzw. 80,7% (Notstandshilfe); 1990 waren es erst 75,3% (Arbeitslosengeld)
bzw. 76,8% (Notstandshilfe) gewesen.