Detailergebnisse Handel, Dienstleistungen

Die im Dienstleistungsbereich tätigen 238.432 Unternehmen erzielten im Berichtsjahr 2009 mit 1.730.233 Beschäftigten Umsatzerlöse von 391,3 Mrd. Euro, wobei ein Produktionswert von 179,2 Mrd. Euro und eine Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 98,9 Mrd. Euro erwirtschaftet wurden. Der Personalaufwand für die 1.511.437 unselbständig Beschäftigten betrug 57,1 Mrd. Euro. Das Investitionsvolumen erreichte 24,4 Mrd. Euro.

Beim Vergleich mit der Leistungs- und Strukturstatistik 2008 zeigte sich – bedingt durch die Wirtschaftskrise – ein Rückgang sowohl bei der Anzahl der Unternehmen, den Beschäftigten als auch bei den Umsatzerlösen. Gemessen an den Umsatzerlösen waren die Bereiche „Finanzdienstleistungen“ (-26,8%), „Arbeitskräfteüberlassung“ (-19,0%), „Luftfahrt“ (-16,6%) und „Großhandel“ (-13,9%) besonders stark von der Krise betroffen. Allerdings wurden im „Grundstücks- und Wohnungswesen“, der „Rechtsberatung und Wirtschaftsprüfung“ sowie den „IT-Dienstleistungen“ sogar Umsatzsteigerungen erzielt. Die rückläufigen Umsatzerlöse zeigten auch Auswirkungen in einer geringeren Investitionstätigkeit mit einem Rückgang von 17,2% im Vergleich zum Vorjahr.

Ein Vergleich der Eckdaten des Produzierenden Bereichs mit den Ergebnissen des Dienstleistungsbereichs zeigt ein deutliches Übergewicht des Dienstleistungsbereichs. 80,1% der Unternehmen waren im Dienstleistungsbereich tätig. Diese erwirtschafteten mit 65,0% der Beschäftigten einen Anteil an den Umsatzerlösen von 64,3% und an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 61,0%. In den Dienstleistungsbereichen wurde ein Großteil (71,1%) der gesamten Investitionen getätigt, was durch hohe Investitionen bei Leasingunternehmen und im Infrastrukturbereich begründet ist.

Die prozentuelle Verteilung der Unternehmen innerhalb des Dienstleistungssektors nach Abschnitten der ÖNACE 2008 (siehe Grafik „Prozentuelle Verteilung der Unternehmen, Beschäftigten, Umsatzerlöse und Bruttoinvestitionen 2009 im Bereich Dienstleistungen nach Abschnitten der ÖNACE 2008“) zeigt, dass gemessen an der Anzahl der Unternehmen der Handel mit 30,6% der Unternehmen, 35,4% der Beschäftigten und 51,5% der Umsatzerlöse führend war. Gemessen an der Anzahl der Unternehmen (23,5%) an zweiter Stelle lag der Abschnitt „Freiberufliche/technische Dienstleistungen“, indem allerdings nur 11,7% der Beschäftigten tätig waren. Der Bereich „Finanz- und Versicherungsleistungen“ erwirtschaftete mit nur 2,9% der Unternehmen und 7,3% der Beschäftigten 16,8% der Umsatzerlöse. Im Gegensatz dazu wies die „Beherbergung und Gastronomie“ mit 18,5% der Unternehmen und 15,0% der Beschäftigten nur 3,7% der Umsatzerlöse des gesamten Dienstleistungsbereiches auf.

Die Ergebnisse nach Beschäftigtengrößenklassen (siehe Grafik „Unternehmen, Beschäftigte, Umsatzerlöse und Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten im Dienstleistungsbereich 2009 nach Beschäftigtengrößenklassen“) geben die überwiegend kleinbetriebliche Struktur der österreichischen Wirtschaft wieder. Für das Berichtsjahr 2009 zeigte sich, dass 213.494 Unternehmen (89,5%) mit weniger als zehn Beschäftigten tätig waren. Die Unternehmen in dieser Beschäftigtengrößenklasse konnten mit 517.350 Beschäftigten Umsatzerlöse von 82,0 Mrd. Euro erzielen. Daraus ergab sich eine Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 23,1 Mrd. Euro. Das entsprach einem Wertschöpfungsanteil von 23,4%. Hingegen hatten nur 515 Unternehmen (0,2%) 250 und mehr Beschäftigte. In diesen Unternehmen waren jedoch mit 528.221 fast ein Drittel (30,5%) aller Beschäftigten tätig. Der Anteil dieser Unternehmen betrug an den Umsatzerlösen 32,1%, an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten 35,2% und an den Investitionen 33,4%.

Die Ergebnisse nach Umsatzgrößenklassen zeigten von der Struktur her ein ähnliches Bild wie das der Beschäftigtengrößenklassen. 209.785 (88,0%) der Unternehmen erzielten im Berichtsjahr 2009 einen Umsatz von weniger als 1 Mio. Euro. Die Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten nahm in dieser Größenklasse einen Wert von 15,5 Mrd. Euro (15,7%) an. Die 902 Unternehmen (0,4%), welche im Berichtsjahr einen Umsatz von 50 Mio. Euro und mehr aufwiesen, erzielten mit 28,2% aller Beschäftigten mehr als die Hälfte der gesamten Umsatzerlöse (221,5 Mrd. Euro oder 56,6%). In dieser Umsatzgrößenklasse wurde ein Anteil an der Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten von 43,2% erwirtschaftet.

Im Berichtsjahr 2009 wurden im Rahmen eines rotierenden Merkmalsprogramms die Anzahl, Umsätze und Verkaufsflächen von Einzelhandelsarbeitsstätten (Filialen) von Handelsunternehmen erhoben. In Österreich wurden die Verkaufsflächen von 73.378 Einzelhandelsarbeitsstätten erfasst. Diese erzielten mit einer Verkaufsfläche von knapp 16 Mio. m² Umsatzerlöse von 29,9 Mrd. Euro. Dies entsprach einem durchschnittlichen Umsatzerlös pro m² Verkaufsfläche von 1.872 Euro.

Die größten Verkaufsflächen wurden im Einzelhandel mit sonstigen Haushaltsgeräten/Textilien mit knapp 5 Mio. m², dem Einzelhandel mit sonstigen Gütern mit 4,2 Mio. m² sowie dem Einzelhandel mit Waren verschiedener Art mit 4,0 Mio. m² gemessen. Niederösterreich weist mit 3,2 Mio. m² vor Wien mit 2,9 Mio. m² die größte Gesamtverkaufsfläche auf. Bei Betrachtung der Umsatzerlöse der Arbeitsstätten im Einzelhandel pro m² Verkaufsfläche (siehe Grafik „Umsatzerlöse pro m² Verkaufsfläche der Arbeitsstätten im Einzelhandel nach Bundesländern 2009“) kann man ersehen, dass Wien und Vorarlberg die einzigen Bundesländer waren, in denen über 2.000 Euro Umsätze pro m² Verkaufsfläche erzielt werden konnten. In den restlichen Bundesländern wurden durchschnittlich Umsätze pro m² Verkaufsfläche zwischen 1.500 und 2.000 Euro erwirtschaftet.

Hinweis:

Die Verordnung (EG) Nr. 295/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. März 2008 über die strukturelle Unternehmensstatistik (Neufassung) regelt seit dem Berichtsjahr 2008 u.a. die Erstellung struktureller Unternehmensstatistiken auf europäischer Ebene nach der neuen Klassifikation für wirtschaftliche Tätigkeiten NACE Rev. 2.

Die EU-Verordnung über die strukturelle Unternehmensstatistik ist auch die Grundlage für die Sammlung von Informationen über alle marktwirtschaftlichen Tätigkeiten im Rahmen der jährlichen Leistungs- und Strukturstatistik für die Abschnitte B bis N sowie die Abteilung 95 der ÖNACE 2008 ab dem Berichtsjahr 2008.

Ein Vergleich der Daten, die in den Berichtsjahren von 2003 bis 2007 nach der ÖNACE 2003 veröffentlicht wurden, ist mit Einführung der ÖNACE 2008 nur mehr bedingt möglich, da sich der Erfassungsbereich erweitert hat bzw. sich die Wirtschaftsbereiche verschoben haben. Gleichzeitig mit der Umstellung wurden auch geringfügige methodische und konzeptionelle Adaptierungen in der Leistungs- und Strukturstatistik vorgenommen. Weitere Informationen zu den Änderungen sowie eine Konversionsmatrix, welche mittels Konversionskoeffizienten eine Umrechnung der Ergebnisse nach der ÖNACE 2008 auf die ÖNACE 2003 für die wichtigsten Hauptmerkmale der Leistungs- und Strukturstatistik ermöglicht, ist ebenfalls auf der Homepage veröffentlicht.

Bereichsspezifische Ergebnisse und weitere methodische Hintergrundinformation zur Leistungs- und Strukturstatistik 2009 für den Produzierenden Bereich finden Sie unter Detailergebnisse „Produktion, Bauwesen“.

    
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Ergebnisse im Überblick: Leistungs- und Strukturstatistik 2009 - DienstleistungenHTMLPDFXLSX
Leistungs- und Strukturstatistik 2010 - Dienstleistungen - Vorläufige ErgebnissePDFXLSX
Leistungs- und Strukturstatistik 2009 - Dienstleistungen - HauptergebnissePDFXLSX
Leistungs- und Strukturstatistik 2008 - Dienstleistungen - HauptergebnissePDFXLS
Leistungs- und Strukturstatistik 2009 - Dienstleistungen - Hauptergebnisse nach BeschäftigtengrößenklassenPDFXLSX
Leistungs- und Strukturstatistik 2008 - Dienstleistungen - Hauptergebnisse nach BeschäftigtengrößenklassenPDFXLS
Leistungs- und Strukturstatistik 2009 - Dienstleistungen - Hauptergebnisse nach UmsatzgrößenklassenPDFXLSX
Leistungs- und Strukturstatistik 2008 - Dienstleistungen - Hauptergebnisse nach UmsatzgrößenklassenPDFXLS
Leistungs- und Strukturstatistik 2009 - Dienstleistungen - Vergleich der Hauptdaten mit 2008PDFXLSX


Leistungs- und Strukturstatistik 2009 - Dienstleistungen - Verteilung der Unternehmen

Leistungs- und Strukturstatistik 2009 - Dienstleistungen - Unternehmen, Beschäftigte, Umsatzerlöse, Bruttowertschöpfung zu Faktorkosten

Umsatzerlöse pro m² Verkaufsfläche der Arbeitsstätten im Einzelhandel 2009 &x28;ÖNACE 47, ohne 47.9&x29;
nach Bundesländern


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